Das Method-Acting-Revival: Warum Method zurück ist — und zwar laut
Nach einem Jahrzehnt Gegenwind erlebt die umstrittenste Schule des Filmschauspiels ein lautstarkes Comeback — und die neue Generation entschuldigt sich nicht dafür.
Fast die gesamten 2010er hindurch war „Method Acting” eine Pointe. Die Geschichten — Letos verschickte Ratten, Lewis’ Eishäuser, die Parade der Abnehm-Blogposts — summierten sich zu einem branchenweiten Augenrollen. Und dann, irgendwie, kam es zurück.
Die neue Generation tritt an
Der Wandel geschah leise, zuerst in Nebenrollen im Prestige-Fernsehen. Ein paar junge Schauspieler begannen, in Interviews davon zu erzählen, dass sie zwischen den Takes in der Stimme ihrer Figur blieben. Dass sie Recherchen lasen, die vom Rest des Casts niemand lesen musste. Dass sie die Rolle auch für die Pressetour nicht ablegten.
Der Teil mit der Pressetour war es, der daraus eine Nachricht machte.
Warum der Backlash scheiterte
Der Gegenwind hatte einen berechtigten Kern: Die Rituale sind effekthascherisch. Sie sind leicht zu verspotten. Sie gehen manchmal auf Kosten der Kollegen. Nichts davon reichte am Ende, um die Schule zu demontieren — denn die Grundthese der Method-Arbeit, dass manche Darstellungen echtes strukturelles Commitment verlangen, ist unter denen, die sie gut beherrschen, unumstritten.
Die schlechten Versionen sind leicht lächerlich zu machen. Die guten gewinnen tendenziell Preise.
Was diesmal anders ist
Die neue Method — falls sie überhaupt eine Schule ist — sieht weniger aus wie Brandos Turnhalle und mehr wie ein Arbeitsplan. Sie hat einen Publizisten. Sie steht, oft ganz offen, im Dienst einer Oscar-Kampagne.
Ob das Fortschritt ist oder bloß Professionalisierung, wird die nächste Award-Saison von ganz allein entscheiden.
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